Phishing-Angriffe gehören zu den häufigsten Methoden der Cyberkriminalität. Betrüger versuchen dabei, über gefälschte E-Mails, SMS oder Webseiten an persönliche Daten wie Passwörter, Bankdaten oder Zugangscodes zu gelangen. Die Nachrichten wirken oft täuschend echt und setzen Betroffene gezielt unter Druck. Umso wichtiger ist es, typische Warnzeichen frühzeitig zu erkennen. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie Phishing-Mails und betrügerische Webseiten erkennen, welche Sicherheitsmaßnahmen helfen und was Sie tun sollten, wenn Sie bereits auf einen Betrugsversuch hereingefallen sind.

Unpersönliche Anrede
„Sehr geehrter Kunde“ statt Ihres echten Namens.
Seriöse Unternehmen sprechen Kund:innen meist persönlich an.
Druck und Drohungen
Aussagen wie:
„Ihr Konto wird gesperrt“
„Sofort handeln“
„Letzte Warnung“
Ziel ist, Stress und Panik auszulösen.
Rechtschreib- oder Grammatikfehler
Schlechte Übersetzungen
Fehlende Umlaute
Ungewöhnliche Formulierungen
Verdächtige Absenderadresse
Die sichtbare Anzeige kann echt wirken, die tatsächliche Adresse aber nicht.
Beispiel:
echt: support@paypal.de
verdächtig: paypal-kundenservice@secure-login.ru
Links oder Anhänge
Aufforderung zum Anklicken eines Links
ZIP-, Word-, Excel- oder PDF-Anhänge
Besonders gefährlich bei unerwarteten Nachrichten
Fremde Sprache
Nachrichten auf Englisch oder Französisch, obwohl Ihr Anbieter normalerweise Deutsch nutzt.
Zu gute oder alarmierende Inhalte
Gewinnversprechen
Sicherheitswarnungen
angebliche Rückerstattungen oder Rechnungen
Gefälschte Webseiten sehen oft täuschend echt aus. Prüfen Sie deshalb:
Die Internetadresse (URL): Achten Sie genau auf die Domain:
echt: amazon.de
gefälscht:
amaz0n-login.com
amazon.sicherheit-konto.net
Typische Tricks:
zusätzliche Wörter
Zahl statt Buchstabe
falsche Endungen
sehr lange URLs
HTTPS ist kein Garant
Das Schloss-Symbol bedeutet nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist — nicht, dass die Seite seriös ist.
Auffällige Eingabeaufforderungen – misstrauisch werden bei:
Aufforderung zur Eingabe von:
Passwort
TAN
Kreditkartendaten
ungewöhnlichen Sicherheitsprüfungen
plötzlicher erneuter Anmeldung
Schlechte Gestaltung oder seltsames Verhalten
Zum Beispiel:
unscharfe Logos
fehlerhafte Texte
ungewöhnliche Pop-ups
Weiterleitungen auf andere Seiten
So schützen Sie sich
Grundregeln
Keine Links aus verdächtigen Mails anklicken.
Anhänge unbekannter Herkunft nicht öffnen.
Webseiten lieber selbst eintippen.
Browser, Betriebssystem und Virenschutz aktuell halten.
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
Wenn Sie unsicher sind
Kontaktieren Sie den Anbieter direkt:
über die offizielle Webseite
die App
bekannte Telefonnummern
Nicht direkt auf die verdächtige Mail antworten.
Was tun, wenn man auf Phishing hereingefallen ist?
Nur Link angeklickt
Virenscan durchführen
Updates installieren
Sofort:
Passwörter ändern
Bank informieren
Karten/Konten sperren
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
Kontoauszüge prüfen
ggf. Anzeige erstatten
In Deutschland hilft auch die Sperrnummer: 116 116
Merksatz:
Je mehr Zeitdruck, Angst oder Dringlichkeit erzeugt wird, desto vorsichtiger sollten Sie sein.
Oft ist der sicherste Weg:
nicht klicken,
Adresse selbst eingeben,
kurz nachdenken und prüfen.